Dario Fo

Nach zwölf Tagen in einer Mailänder Klinik starb gestern Dario Fo im Alter von 90 Jahren.

Er war Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Satiriker und Schauspieler.

Im Jahr 1940 zog Dario Fo nach Mailand, um an der „Kunsthochschule Brera“ zu studieren, aber der Krieg kam dazwischen. Fos Familie war im antifaschistischen Widerstand aktiv. Der damals zwanzigjärige Fo half seinem Vater, Flüchtlinge und Deserteure in die Schweiz zu schmuggeln.

Einer Rekrutierung durch die Truppen von Salò konnte er sich nicht entziehen und er wurde Mitglied des Bataillons Azzuro der Fallschirmjäger der Repubblica Sociale Italiana.

Nach Kriegsende setzte Fo sein Studium der Kunst und Architektur an der Universität Mailand fort.

Er begann sich in der Bewegung der „piccoli teatri“ zu engagieren und präsentierte dem Publikum improvisierte Einpersonenstücke.

Ab dem Jahr 1950 band er sich vertraglich an das Theaterensemble Franco Parentis und gab seine Arbeit als Architekt auf.

1954 heiratete er die Schauspielerin Franca Rame. Die beiden verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem weiterhin populären Piccolo-Theater in Mailand. Im nächsten Jahr ergab sich eine Chance bei den Filmstudios in Rom. Fo wurde Drehbuchautor und arbeitete für zahlreiche Produktionen.

1959 gründete er sein eigenes Ensemble. Fo schrieb Stücke, schauspielerte, führte Regie und entwarf Kostüme und Bühnenbilder. Seine Frau übernahm Kasse und Büro. Die Uraufführungen der Stücke fanden im Piccolo-Theater statt, um dann damit durch ganz Italien zu touren.

Sein internationaler Durchbruch gelang Fo 1960 mit der Komödie „Gli arcangeli non giocano a flipper” (Erzengel spielen nicht am Flipper)

Von 1968 bis 1970 leitete er die Theaterkooperative „Nuova Scena“.

Fo hat mehrfach als Opernregisseur gearbeitet, wofür er auch jeweils das Bühnenbild entwarf.

1981 wurde er mit dem Sonning-Preis der Universität Kopenhagen ausgezeichnet. 1997 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

„Die feinen Poeten in Italien haben sich so darüber aufgeregt, dass ich den Nobelpreis bekomme, dass die Beruhigungsmittel in den italienischen Apotheken fast ausverkauft waren”, spottete Fo: „Einige haben sogar die Abdankung des norwegischen Königs verlangt.”

Dario Fo war ein prominenter Kritiker der Medienpolitik und Medienentwicklung in Italien. Er beurteilte sie als „Beseitigung jeder kritischen Kultur“ und warf Silvio Berlusconi vor, eine Kontrolle über alle Kommunikationswege anzustreben.

„Dario Fo eine künstlerische Existenz nach dem Gesetz des Bruders Beckett: bis zum Äußersten gehen, dann wird Lachen entstehen. Über Gräbern tanzen. Zwischen Abgrund-Rand und Abgrund-Rand sitzt ein gut versteckter (gar kommunistischer?) Gott, der das Bittere in die Späße rettet.“ schreibt das neue deutschland.

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