Keine Einigkeit bei Vorlieben, Voraussagen und Tipps für Fußball-Europameisterschaft der Männer

Martina Michels, die als Mitglied des Kultur- und Bildungsausschusses auch die Sportpolitik verfolgt, hält einleitend fest:

„Uns eint ganz sicher die große Freude, dass wir es bei der UEFA nur zu einem Viertel  mit der FIFA zu tun haben. Der Weltfußballverband hat vor allem bei Korruption und beim Wegschauen gegenüber Arbeits- und Lebensbedingungen in den Austragungsländern eine traurige Kontinuität. Deshalb halten wir Aufklärung weiterhin für dringend nötig. 

Jetzt fiebern wir einer interessanten Fußball-EM entgegen. Wir wünschen allen Fußballern des Turniers, den Zuschauerinnen und Zuschauern eine friedliche und gelungene Europameisterschaft.“

Bei einer kurzen Umfrage unter den Abgeordneten der deutschen Linken in der Linksfraktion GUE/NGL ergab sich ansonsten ein völlig zerrissenes Bild, mit welcher Mannschaft ab heute mitgefiebert wird. Wir kommentieren hier Ergebnisse des Meinungsbildes zu Beginn der EM und empfehlen allen Abgeordneten, aber auch unseren FreundInnen, SympathisantInnen und KritikerInnen die Teilnahme am TIPP-Spiel der Linken.

Gabriele Zimmer, unsere Fraktionsvorsitzende, ist bekanntermaßen nicht nur Fußballfan. Sie bewegt sich genaugenommen schon in der Ebene der ExpertInnen. Verschmitzt lächelnd stellte sie fest: „Ich drücke Jogi Löws Jungs die Daumen, einfach weil sie gut sind und weil sich Gauland ärgert, dass wir eine selbstbewusste, multiethnische Mannschaft haben, die das Deutschland des 21. Jahrhunderts repräsentiert.“

Cornelia Ernst befand, „dass Fußball-Großereignisse durchaus ein Anlass sein müssen, um über Sicherheitskonzepte zu sprechen und sie erfolgreich zu praktizieren. Um allerdings dauerhafte Freiheitseinschränkungen und Überwachung zu verstetigen, und hierfür ist Frankreich leider ein trauriges Beispiel, taugt der Sport nicht. Ich tippe auch auf das deutsche Team.”

Fabio De Masi: „Ich tippe auf England. Wer die EU verlässt, nimmt wenigstens noch das Tafelsilber aus Frankreich mit.“

Helmut Scholz: „Ich drücke natürlich der gastgebenden Mannschaft Frankreich die Daumen für das erfolgreichste Abschneiden, zumal sie unter widrigsten Umständen die EM austrägt. Die großen soziale Spannungen verweisen einmal mehr auch auf die weitgehend gescheiterte Integration, die wenige Chancen für Migrantinnen und Migranten eröffnet hat. Wenigstens widerspiegelt das französische Team noch immer wie erfolgreich multikulturelle Erfahrungen und Austausch sein können.”

Martina Michels hatte sich schon vor ihrer Umfrage für den Geheimtipp Belgien entschieden, vor allem, wie sie sagt: „weil ich hier mit roten Teufeln mitfiebern kann.“

Foto: Konstanze Kriese

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