Liebe Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen,
seit den Morgenstunden erreichen uns viele Anfragen zur Lage in Brüssel und der Sicherheitslage.

Vorab: allen Abgeordneten und den Mitarbeiterteams geht es gut, die Kolleginnen, die noch in Brüssel sind, befinden sich in Sicherheit! Sie verfolgen, wie viele andere auch die Nachrichten von den schrecklichen Explosionen am Brüsseler Flughafen und in der Innenstadt in der U-Bahn Station „Maelbeek” in unmittelbarer Nähe von Parlament und den EU-Institutionen.

Diese Anschläge treffen die Europäische Union diesmal mitten ins Herz, in deren Hauptstadt. Noch sind die Ausmaße nicht bekannt. Aber es zeigt sehr deutlich, wie aggressiv und unberechenbar die weltweiten Terrornetzwerke funktionieren. Diese Form von Gewalt und Terror ist mit Nichts entschuldbar. Unsere Gedanken sind jetzt bei den unschuldigen Opfern und ihren Angehörigen.
Wir werden uns nicht von solchen Terrorakten einschüchtern lassen. Terror und Gewalt sind niemals ein akzeptables Mittel der Politik. Das sind Verbrechen und müssen bekämpft werden!

Hier ein paar kurze erste Stimmungsberichte aus Brüssel.

Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind derzeit innerhalb des Parlaments am sichersten und wurden gebeten, das Gebäude nicht zu verlassen. Wir halten telefonisch ständigen Kontakt untereinander.
Konstanze aus meinem Team: „Ich wurde glücklicherweise von meiner Schwester abgehalten, zur Arbeit zu gehen, die mich fragte, ob ich in Sicherheit bin. Ich kann das Parlament von meinem Wohnungsfenster aus sehen. Ich höre die Sirenen und die kreisenden Hubschrauber. Ich bin froh, jetzt zu Hause entscheiden zu können, wie ich in die Osterferien komme. Der Zug- und Flugverkehr ist vollständig unterbrochen. Angesichts der Hubschrauber und Sirenen ist das aber erstmal alles zweitrangig, da ist man bei den Opfern des Terrors und deren Angehörigen.”
Nora aus meinem Brüsseler Büro: „Mein Kind wurde morgens krank, sodass wir zu Hause bleiben mussten- zum Glück: viele KiTas bitten darum, die Kinder erst einmal dortzulassen, um grosse Menschenansammlungen beim Abholen zu vermeiden. Jetzt sitze ich hier in meiner Wohnung und tröste seitdem ein weinendes Baby. Hubschraubereinsätze sind ja hier in Brüssel nichts Unbekanntes, aber der Grund ist doch neu und furchtbar.”
Viele KollegInnen sind derzeit damit beschäftigt, die Wege zu ihren Familien in die bevorstehenden Osterferien herauszufinden.

Wir werden weiter unsere Arbeit machen, die einer offenen Gesellschaft gilt.

Bilder: Konstanze Kriese, Peter Cichorius

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