Der 8. Mai ist für uns der Tag der Befreiung vom Faschismus – einem Faschismus, der sich nationalsozialistisch nannte, der mit seinen entsetzlichen Vernichtungspraktiken, gipfelnd im Holocaust an Jüdinnen und Juden, halb Europa verheerte, der unter riesiger Kraftanstrengung bezwungen wurde, der im Kalten Krieg geteilt und in Stückwerken aufgearbeitet, verdrängt, relativiert und erinnert wurde und wird. Der 8. Mai 2016 steht gegen Schlussstrich und Vergessen.

Gestern stellten sich Tausende in Berlin Nazis in den Weg. Humanität und Demokratie kommen nicht von selbst wie der Frühling. Sie sind trotz der geschichtlichen Erfahrungen Europas mit Hitlerdeutschland bedroht – in Europa und weltweit. Linke in Deutschland fordern, den 8. Mai zu einem bundesweiten gesetzlichen Gedenk- und Feiertag zu machen – wohl wissend, dass dieses Gedenken ein europäisches Anliegen ist, das eine konfliktbeladene Nachbarschaftspolitik der EU, das europäische Versagen beim Umgang mit Flüchtlingen und mit den inneren und globalen Herausforderungen in einen geschichtlichen Zusammenhang stellt und vor den Folgen eines Scheiterns eines friedlichen, sozialen und demokratischen und weltoffenen Europas warnt.

Foto: Motiv vom Facebookprofil: „DIE LINKE“

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